Mehr Souveränität durch Modernisierung
Legacy-Systeme erfolgreich transformieren
In Zeiten geopolitisch bedingter Spannungen wird das Thema der eigenen Souveränität immer wichtiger. Viele Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche, insbesondere Versicherungen, haben noch alte Legacy Systeme im Einsatz, welche oftmals eine erhöhte Abhängigkeit zu einzelnen Herstellern aufweisen. Diese Abhängigkeit kann – zusätzlich zu den bereits bestehenden Herausforderungen von Legacy-Systemen – zu einer weiteren Herausforderung im Kontext der Souveränität werden.
Was bedeutet digitale Souveränität?
Unser Verständnis von digitaler Souveränität ist die Fähigkeit von Organisationen, im digitalen Raum selbstbestimmt zu handeln. Sie umfasst die Kontrolle über Daten, Technologie und Betriebsprozesse sowie die Fähigkeit, Risiken zu erkennen, Abhängigkeiten zu steuern und fundierte Entscheidungen über technologische Optionen zu treffen. Im Kern setzt die Definition auf ein Verständnis von Souveränität, das nicht reine Autarkie fordert, sondern auf einer ausgewogenen Kombination aus Eigenleistung, flexiblen Partneralternativen und Steuerungskompetenz beruht. Digitale Souveränität entsteht, wenn eine Organisation sowohl die Leistungsfähigkeit moderner Technologien nutzt als auch die nötige Kontrolle behält – technisch, organisatorisch und strategisch.
Was hat dies mit Legacy Systemen zu tun?
Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Bereiche, in denen Legacy‑Systeme die digitale Souveränität von Unternehmen konkret einschränken:
1. Fehlende Kontrolle über Technologie und Weiterentwicklung
Legacy‑Systeme basieren häufig auf veralteten Programmiersprachen, proprietären Plattformen oder nicht mehr zeitgemäßen Architekturen. Dadurch verliert die Organisation ihre Fähigkeit, selbstbestimmt zu entscheiden:
Wer das System weiterentwickeln kann
Wie schnell Anpassungen möglich sind
Welche Risiken bei Änderungen entstehen
Souveränität erfordert Steuerungskompetenz – Legacy‑Systeme reduzieren diese in vielen Fällen.
2. Hohe Abhängigkeit von einzelnen Herstellern, Technologien oder Personen
Digitale Souveränität lebt von Wahlfreiheit und Alternativen. Legacy‑Systeme erzeugen jedoch oftmals:
starken Vendor Lock‑in, weil moderne Technologien nicht angebunden oder genutzt werden können
personelle Abhängigkeiten, wenn nur noch wenige Experten die Plattform beherrschen
Architektur-Lock‑in, weil das System schwer migrierbar oder modularisierbar ist
Dadurch entsteht Abhängigkeit statt Kontrolle.
3. Sicherheits- und Compliance‑Risiken als Souveränitätsverlust
Veraltete Systeme können Sicherheitsstandards, Verschlüsselungskonzepte oder regulatorische Vorgaben kaum erfüllen. Das führt zu:
eingeschränkter Datensouveränität
erhöhtem Risiko durch nicht aktualisierte Sicherheitslücken
mangelnder Nachweisbarkeit auch hinsichtlich der Software Supply Chain (Audit, DORA, ISO, BSI-Anforderungen)
Souveränität bedeutet, Risiken aktiv steuern zu können. Legacy‑Systeme erzwingen hingegen reaktives statt proaktives Handeln.
4. Eingeschränkte Integrations‑ und Cloud‑Fähigkeit
Digitale Souveränität verlangt technologische Flexibilität, wie zum Beispiel:
Multi‑Cloud‑Strategien
souveräne Cloud‑Plattformen
moderne APIs
anbieteragnostische Architekturen
Legacy‑Systeme sind dagegen häufig:
monolithisch
schwer integrierbar
nicht containerisierbar
schwer portierbar
Die Folge: Die Organisation kann ihre IT‑Strategie nicht frei wählen, weil das Alt‑System die Optionen begrenzt.
5. Innovations- und Reaktionsfähigkeit sinkt – damit auch die Souveränität
Wenn zentrale Geschäftsprozesse von veralteter IT abhängen, wird jede Weiterentwicklung teuer, langsam und riskant. Dadurch geht verloren:
strategische Handlungsfreiheit
Fähigkeit, schnell auf Anforderungen aus dem Markt oder aus regulatorischen Vorgaben zu reagieren
Fähigkeit, digitale Geschäftsmodelle aktiv zu gestalten
Souveränität heißt: gestalten können statt nur zu verwalten. Legacy‑Systeme kehren dieses Prinzip um.
Kubernetes als Schlüssel für die digitale Souveränität
Arvato Systems modernisiert und ersetzt Legacy-Systeme mit einem Ansatz, der auf offenen Standards und ausgewählten Abhängigkeiten basiert. Ziel ist eine Umgebung, die langfristig tragfähig ist und nicht an proprietäre Technologien oder an einzelne Anbieter gebunden ist. Als Zielplattform dient Kubernetes, das bereits weltweit als Grundlage für den Betrieb containerisierter Anwendungen genutzt wird und verschiedene Betriebsmodelle unterstützt.
Durch „K8S“ bleibt auch die Plattformwahl flexibel: Ob On-Premises, Private Cloud, Multi-Cloud oder Sovereign Cloud – alle Varianten sind möglich. Gleichzeitig reduziert die Modernisierung die Abhängigkeit von spezialisiertem Wissen und abstrahiert die technische Exzellenz. Eine initiale Modernisierung des Legacy-Systems von z.B. COBOL auf Java und Kubernetes hilft, den Übergang strukturiert und mit überschaubarem Risiko umzusetzen. Auch wenn nach der ersten Migration noch technische Schulden bestehen, steht mit der neuen Basis bereits eine innovative, souveräne Grundlage. Darauf aufbauend können die Anwendungen Schritt für Schritt weiterentwickelt und effizient an neue Anforderungen angepasst werden.
Digitale Souveränität ist kein abstraktes Ideal, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Legacy-Systeme schränken diese Souveränität zunehmend ein, indem sie Abhängigkeiten verstärken, Innovation bremsen und Risiken schwer steuerbar machen. Die gezielte Modernisierung hin zu Kubernetes als Zielplattform eröffnet Unternehmen dagegen neue Handlungsfreiheit: Durch offene Standards, technologische Wahlmöglichkeiten und eine zukunftsfähige Betriebsbasis. Kubernetes schafft die Grundlage, um Abhängigkeiten systematisch zu reduzieren, regulatorische Anforderungen sicher zu erfüllen und digitale Architekturen aktiv zu gestalten. In Kombination mit KI-gestützten Modernisierungsansätzen wird so nicht nur der Weg aus der Legacy geebnet, sondern eine nachhaltige, kontrollierbare und resiliente IT-Landschaft geschaffen. Digitale Souveränität entsteht dort, wo Unternehmen ihre IT wieder selbst steuern – Kubernetes ist dafür ein zentraler Schlüssel.
Wie kann Arvato Systems unterstützen?
Arvato Systems bietet eine KI-gestützte Modernisierungslösung, um verschiedene Legacy-Technologien auf eine State-of-the-art-Programmiersprache und -Plattform zu migrieren. Dafür wurde ein spezieller Agentic-AI-Workflow entwickelt, der die Modernisierung in hohem Maße automatisiert und somit eine effiziente und kostengünstige Option darstellt. Neben der Modernisierung bietet Arvato Systems außerdem eine eigene Private Cloud zum Hosting von Applikationen in regulierten Märkten.
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