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Bild Blogbeitrag Pflege Teil 2

Digitalisierung in der Pflege II

Modellprojekt zur Einbindung von Pflegeeinrichtungen in die TI

Digitalisierung in der Pflege: Modellprojekt § 125 SGB XI
28.04.2022
Digitale Transformation
Gesundheitswesen & Pharma

In dem Modellprojekt § 125 SGB XI testen seit 2021 die ersten Pflegeeinrichtungen die digitalen Möglichkeiten der Telematikinfrastruktur. Arvato Systems steht den Projektteilnehmer stets als zuverlässiger Partner zur Seite.


Die Digitalisierung im Pflegesektor ist überfällig. So lässt sich der unser erster Blogbeitrag kurz und knapp zusammenfassen. Medikamentenbestellungen und -besorgungen, das Sortieren und Abheften von Patientenakten sowie Abrechnen von Leistungen sind zeitintensiv. Dahinter stecken papierintensive und überflüssige logistische Abläufe, denen wir von Arvato Systems nun mit innovativen Lösungen die Stirn bieten. Einen ersten Schritt stellt das Modellprojekt § 125 SGB XI dar.


Der GKV-Spitzenverband gab 2020 in Auftrag, dass 88 stationäre sowie ambulante Pflegeeinrichtungen im Rahmen eines Modellprogramms an die zentrale Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen werden. Seit 2021 können die Teilnehmer die verfügbaren Anwendungen der TI auf Herz und Nieren prüfen. Von den gesammelten Erfahrungen und daraus resultierenden Anpassungen, die speziell auf den Pflegesektor zugeschnitten werden, profitiert letzten Endes die gesamte Branche. Vom Pflegepersonal bis hin zu Pflegebedürftigen.

Sicher und intersektoral kommunizieren

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Komfort, weil die Digitalisierung Arbeitsprozesse beschleunigen kann oder Informationen sicher und papierlos ausgetauscht werden. Wie wichtig die Kommunikation mit bereits teilnehmenden Arztpraxen, Apotheken und anderen Gesundheitseinrichtungen ist, weiß Projektteilnehmer Peter Groeneveld als Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes ProSanitas in Emden: „Als Betreiber mehrerer ambulanter Pflegedienste haben wir uns das Thema Digitalisierung bereits vor 15 Jahren auf die Fahnen geschrieben. Mittlerweile sind wir im Stande alle Prozesse digital abzubilden. Von digitaler Unterschrift über die Klientenakte bis hin zum papierlosen Büro. Dies betrifft aber nur unsere eigenen Prozesse. Sobald wir mit Arztpraxen, Apotheken oder Krankenhäusern in Kontakt treten, geschieht das analog. Durch diesen ständigen Medienbruch wird zusätzliche und unnötige Verwaltung erzeugt, die Prozesse ausgebremst und die Fehleranfälligkeit gesteigert. Hier bietet die TI eine echte Chance, diesen ständigen Medienbruch zu beenden und Vorteile der Digitalisierung umfänglich zu nutzen.“


Derzeit können Informationen wie z.B. der Überleitungsbogen, Medikamentenpläne oder -bestellungen papierlos im Modellprojekt übermittelt werden. Perspektivisch gehen die Möglichkeiten aber viel weiter: Die Sicherheit der Pflegebedürftigen ist in der Pflege essenziell. Ein Medikationsplan, der mit zwei Klicks erreichbar ist – egal zu welcher Zeit und an welchem Ort – gibt dem Pflegepersonal einen transparenten Einblick in die Medikation von Patient:innen. So kann eine korrekte Verabreichung von Medikamenten gewährleistet werden. Digital und völlig unkompliziert. Darüber hinaus stellen sich die Fragen, wie können Nachweise zur Abrechnung digital übermittelt werden und wieso muss die Gesundheitskarte des Pflegebedürftigen immer noch in zeitaufwändigen Fahrten durch den Pflegedienst zum Arzt transportiert werden? Das sind die Erkenntnisse, die aus dem Modellprojekt § 125 SGB XI gesammelt werden müssen, um den pflegerischen Alltag zu erleichtern und nachhaltig zu verändern. Das stellt Horst-Jörg Schultz, Fachbereichsleitung Alten- und Behindertenhilfe im DRK Landesverband Niedersachsen, fest: „Eine weitere Verknüpfung von digitalen Anwendungen ist unerlässlich, um die Potenziale der Telematikinfrastruktur vollständig ausschöpfen zu können. Es scheint, dass immer mehr Applikationen außerhalb der Telematikinfrastruktur entwickelt und mögliche Mehrwerte für beruflich Pflegende so konterkariert werden. Auch vor diesem Hintergrund sollte bei Themen rund um die Telematikinfrastruktur nicht nur ‚über‘, sondern ‚mit‘ der Pflege gesprochen werden.“ Dieses Miteinander ist für uns wichtig – wir suchen aktiv den Austausch, um praxisnah Probleme zu identifizieren und zielgerichtet zu lösen. Regelmäßiger Kontakt, Interaktion und breit gedachte Testmöglichkeiten wie das Modellprojekt bilden hierfür den besten Nährboden.

Arvato Systems ist zuverlässiger Partner im Bereich Pflege

Auch die eHealth-Profis von Arvato Systems konnten eine Vielzahl der Projektteilnehmer für sich gewinnen. Mit einer großen Erfahrung von über 60.000 erfolgreich durchgeführten TI-Anbindungen und der einmaligen Expertise als Betreiber der Telematikinfrastruktur, sind wir der optimale Partner für digitale Neueinsteiger im Pflegebereich. Unser Rundum-Service-Paket und die reibungslose Integration sowie Installation sämtlicher Komponenten begeistert die Kunden. Bei der Installation unterstützen uns zusätzlich Dienstleister vor Ort und Primärsystemhersteller, die die Anwender mit weiteren Serviceleistungen überzeugen. Peter Groeneveld lobt: „Die Telematikinfrastruktur ist ein sehr komplexes Thema, das auch nicht ‚Mal so‘ installiert und konfiguriert werden kann. Dieses System ist auf Sicherheit der medizinischen Daten ausgelegt, weshalb IT-Security ganz klar im Vordergrund steht. All das macht das System nicht unbedingt einfacher. Als Teilnehmer des Modellprojekts haben wir das hautnah miterlebt. Ob es der Anbieter der Primärsoftware ist, der die Schnittstelle zur TI entwickelt oder auch wir als Anwender selbst. Jeder musste und muss lernen, wie und was genau die TI ist und kann. Hilfreich war dabei ein Partner wie Arvato Systems, der viel Knowhow und Kompetenz mitbringt. Hier kommt Arvato Systems ein tragendes, beratendes Element zuteil.“ Die Telematik-Installation erfolgte in dem Beispiel durch unseren Partner VisionmaxX, der die Infrastruktur vor Ort optimal mit den Leistungen von Arvato Systems verbinden konnte.


Das Projektziel, eine verbesserte Versorgung aller Patient:innen zu garantieren und Pflegekräfte dauerhaft zu entlasten, haben wir uns zu Herzen genommen. Wir können Pflegeeinrichtungen mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens vernetzen und ihnen mit unserem Dienst kim+ ein unkompliziertes Kommunikationsinstrument bereitstellen. Mit Partnern aus der Industrie und Softwarebranche arbeiten wir konkret auf die Verbesserung des Alltags in der Pflege hin.

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Verfasst von

Kai Ketzer (1)
Kai Ketzer
Experte für die digitale Vernetzung der Pflege