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IT-Transitionen im Überblick

Viele Wege führen in die Cloud - mit der richtigen Strategie zum Ziel

IT-Transitionen - Wege in die Cloud im Überblick
29.03.2021
Cloud

An der Cloud führt kein Weg vorbei. Umso erstaunlicher, dass diese Erkenntnis bei privaten Nutzern und Endkunden früher angekommen ist als in den Vorstandsetagen deutscher Unternehmen.


Viele Musikfans pflegen heute keine eigene Musiksammlung mehr. Vielmehr wird auf den Komfort der Cloud zurückgegriffen. Die Songs sind mit einem Klick erreichbar. Und auch die Abrechnung der Kosten ist klar, übersichtlich und in der Regel fair. Daneben fällt der Aufwand weg, die eigene Bibliothek zu pflegen, abzustauben und immer auf dem neuesten Stand zu halten.


Diese Entwicklung hin zu einer verstärkten Cloud-Nutzung kommt nun – mit Verspätung – auch bei den IT-Verantwortlichen an. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich, ihre eigene IT in die Cloud zu übertragen. 

Die Vorteile der Cloud in Kürze

Die Nutzung der Cloud bedeutet für die Unternehmen, die eigene IT-Wertschöpfung zu automatisieren. Was ist damit gemeint?


Aus einem schier unerschöpflichen Angebot unterschiedlicher Cloud-Anbieter kann sich jedes Unternehmen die eigenen IT-Systeme und Softwarelösungen so maßschneidern, dass sie den eigenen Nutzungsansprüchen und denen der Kunden gerecht werden. Die Portfolios der Cloud-Provider reichen von einfachen Office-Anwendungen über Datenbanksysteme bis hin zu Software-Plattformen für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und IoT.


Durch den Wechsel in die Cloud wird die Anzahl der Handgriffe, die für den Betrieb der eigenen IT-Systeme notwendig sind, zusehends minimiert. Nahezu alle Prozesse entlang der IT-Wertschöpfung können durch die vorhandenen Cloud-Services automatisiert werden. Dadurch sinkt der Bedarf an klassischen IT-Hausmeisterdiensten: Die Wartung und Aufrechterhaltung der IT-Systeme werden schlicht an die Cloud-Provider ausgelagert.  


Die IT-Infrastruktur eines Unternehmens ist in einem solchen Szenario kein Mittel zum Zweck mehr, das lediglich dazu dient, die Anforderungen des Tagesgeschäfts umzusetzen. Vielmehr helfen die unzähligen Cloud Services den Unternehmen dabei, das eigene Geschäft nach vorne zu bringen. Das bedeutet aber auch, dass Unternehmen nach einer gelungenen Cloud Transition nicht plötzlich auf den Faktor Mensch verzichten können. Vielmehr werden die IT-Mitarbeiter des Unternehmens in die Lage versetzt, sich auf die eigentlich bedeutsamen Aufgaben konzentrieren: den Kunden des Unternehmens neue und bessere Produkte anzubieten.

Beispiel Live Update

Woman with tablet

Ein Beispiel für die Effizienz der Cloud im Bereich der Unternehmens-IT liefern die sogenannten Live-Updates. Während Betreiber interner Serveranlagen bei jeder neuen Software-Version einen enormen internen Aufwand betreiben müssen, um die neuen Applikationen auf allen Geräten zum Laufen zu bringen, sorgt eine IT-Umgebung in der Cloud dafür, dass die entsprechenden Updates in Sekundenschnelle und mit nur einem Mausklick allen Anwendern zur Verfügung stehen.

Up-to-date mit der Cloud

Der Wandel, der durch die Nutzung der Cloud ausgelöst wird, macht aber nicht Halt beim Übertragen der bestehenden IT-Infrastruktur in die Cloud – er reicht noch viel weiter: Mit dem Übergang von der „alten Zeit ohne Cloud“ in die „neue Zeit mit Cloud“ ändert sich für viele Unternehmen Grundlegendes: Die Kundenbeziehungen, die Produkte und schließlich das gesamte Geschäftsmodell von Unternehmen können aus der Cloud heraus neu gedacht und umgestellt werden.


Die Nutzung der Cloud führt dazu, dass Unternehmen die Möglichkeiten moderner Software-Applikationen nutzen können, um die eigene Geschäftsprozesse zu verbessern. In allen Unternehmensbereichen bietet die Cloud heute kostengünstigen Zugriff auf Softwarelösungen, die dabei helfen, die Effizienz des Unternehmens zu steigern; sei es in den Bereichen Logistik, Produktion, Forschung, Marketing oder Vertrieb.


Beispiele für diese neuen Möglichkeiten liefern die Gewinnung, Aufbewahrung und Auswertung unternehmensinterner Daten. Während es im Rahmen von OnPrem-Datenbanksystemen aufwändig ist, die eigenen Daten auf den hauseigenen Systemen „unter Kontrolle“ zu halten, helfen moderne Data Management Systeme aus der Cloud den Unternehmen dabei, die Übersicht im Bereich Big Data zu bewahren. Beispielsweise ist es für viele Unternehmen schlicht nicht möglich, in den gewachsenen Datensilos die neuesten Data-Analytic-Tools zu integrieren. Erst mit dem Wechsel der Datenstrukturen in die Cloud können mit Hilfe von KI-gestützter Analysesoftware neue Zusammenhänge in den Datensätzen gefunden werden, die im Rahmen der bestehenden On Premise-Datenbanklösungen den Managern verborgen geblieben wären.

Digitale Transformation und Cloud-Transition

Unternehmen, die sich für den Weg in die Cloud entscheiden, haben oft den Eindruck, dass sie vor einer Herkules-Aufgabe stehen. Der Weg der Cloud-Transition erscheint vielen IT-Entscheidern lang und steinig. Alte IT-Systeme, leisten in den Unternehmen seit Jahrzehnten ihren Dienst. Diese Unternehmens-Software und Hardware wurden häufig für spezielle Aufgaben konzipiert und im Laufe der Zeit um weitere Applikationen ergänzt, die für den Betrieb des Unternehmens von Wichtigkeit waren.


Viele IT-Verantwortliche haben aufgrund der Komplexität dieser organisch gewachsenen Unternehmens-Monolithen einen großen Respekt davor, Änderungen an diesen Systemen vorzunehmen. Denn bei jedem Ergänzungsschritt müssen die Systeme neu getestet und neu gestartet werden. Zusätzlich führt jeder Umbau der Unternehmens-IT zu einem großen Aufwand in Form interner Schulung, um die Mitarbeiter mit den Neuerungen in den Systemen vertraut zu machen.  


Dennoch führt in vielen Fällen kein Weg an einer Neuaufstellung der IT vorbei. Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen die Anforderungen, die an die Unternehmens-IT gestellt wird. Dazu zählen beispielsweise ein hoher Automatisierungsgrad oder die Verarbeitung großer Datenmengen in Echtzeit (Big Data Analytics). Zu langsam, zu starr, zu bedienungsunfreundlich sind die alten Anwendungen in einer sich immer schneller wandelnden Wirtschaft.


Auf dem Weg in die Cloud kann so ein Strukturwandel im Bereich der Unternehmens-IT einsetzen. Aus abgeschotteten IT-Silos, die möglichst wenig in die Geschäftsprozesse involviert werden möchten, entwickeln sich nach und nach Abteilungen, die mit dem Management auf Augenhöhe die nächsten Schritte der Unternehmensentwicklung mitgestalten können. Mit dieser neuen Rolle kann die IT-Abteilung innerhalb des Unternehmens zum Business-Innovator werden und schließlich immer stärker die Digitalisierung im Geschäftsmodell des Unternehmens verankern.


Die 5 R's der Cloud-Transition

IT-Systeme sind heute in alle Prozesse eines Unternehmens eingebunden. Gleichzeitig können Unternehmen während der Neuausrichtung der IT-Systeme nicht den Regelbetrieb einstellen. Zu groß wäre der daraus resultierende ökonomische Schaden. Daher sind Cloud-Transitionen für alle Beteiligten auch immer eine „Operation am offenen Herzen“.


Um die Gefahr für den laufenden Betrieb des Unternehmens zu minimieren, erfolgt der Übergang von der alten Welt, in der die Applikationen des Unternehmens auf eigenen Servern gehostet wurden, in eine neue Welt der Cloud in vielen Fällen schrittweise. Und zwar in Form vieler kleiner Transitionen. In der Summe ergibt sich aus vielen kleinen Einzelschritten ein Gesamtkonzept: Die digitale Transformation des Unternehmens.


Das Analystenhaus Gartner hat die unterschiedlichen Transitionsarten auf dem Weg in die Cloud in fünf unterschiedliche Bereiche eingeteilt – die sogenannten „5 R“: Rehost, Replatform, Revise, Rebuild und Replace.  

Die 5-R's der Cloud-Transition

  • Mit „Rehosting“ ist die Übertragung der bestehenden IT-Systemlandschaft auf eine neue Hardware-Umgebung gemeint. Daher wird der Vorgang des Rehostings häufig auch als „Lift and Shift“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die bestehenden IT-Systeme von den verwendeten Serverlandschaften „angehoben“ und auf eine Cloud-Umgebung übertragen werden. 


    Damit bezieht sich „Rehosting“ auf den Infrastrukturwandel der verwendeten Hardware eines Unternehmens. Cloudanbieter in diesem Bereich bezeichnen ihre angebotenen Lösungen als „IaaS“: „Infrastructure as a Service“ (IaaS). Hinter der Abkürzung IaaS verbergen sich z.B. virtuelle Server aber auch Netzwerke und Speichersysteme - also die Hardware, die bislang im Rechenzentrum des Unternehmens stand.


    Diese Form der Migration kann zumeist auch automatisiert und toolgestützt erfolgen und ist damit sicher der schnellste Ansatz, um Workloads in die Cloud zu verlagern.

  • Unter Revise versteht man die Modifkation des bestehenden Software-Codes, um Unternehmens-Applikationen vor der Übertragung auf eine Cloud-Infrastruktur „fit für die neue Cloud-Welt zu machen“. Revise bildet damit in vielen Fällen die Voraussetzung, die Vorteile der Cloud mit der unternehmenseigenen Software nutzen zu können.

  • Im Unterschied zum Rehosting werden beim Replatforming nicht ganze IT-Systeme, sondern nur einzelne Applikationen des Unternehmens ausgesucht und diese als Stand Alone-Lösungen in die Cloud transferiert.


    Dieser Ansatz bietet die Möglichkeit, den Grad der Automatisierung durch die Nutzung von Softwareangeboten aus der Cloud zu erhöhen. Ein Beispiel für Replatforming liefert beispielsweise die Übertragung einer lizenzpflichtigen MYSQL-Datenbank, die bislang auf dem unternehmenseigenen Server betrieben wurde zu einer Open Source Datenbank eines Cloudanbieters.

  • Statt die vorhandenen Systeme zu verändern, können auch neue Applikationen entwickelt werden, die schließlich die alten Applikationen ersetzen. Diesen Vorgang bezeichnet man als „Rebuild“. Ein Beispiel für einen solche Neuaufbau liefert ein Unternehmen, das im Zuge der Cloud Transition feststellt, dass das bislang verwendete Rechnungsprogramm nicht mehr den eigenen Anforderungen und den Anforderungen der Kunden genügt. 

    Statt dieses Programm nun mühsam einer Revision („Revise“) zu unterziehen, kann sich das Unternehmen auch dazu entschließen, das Programm mit den in der Cloud zur Verfügung stehenden Software-Entwicklungslösungen neu zu programmieren. 


    Die drei Transitionsformen „Replatform“, „Revise“ und „Rebuild“ beziehen sich auf die Ebene der Software-Entwicklung bzw. -Weiterentwicklung. Cloud-Provider, die Angebote in diesem Bereich zur Verfügung stellen, werden dem Bereich „Platform as a Service“ (PaaS) zugeordnet. Die Abkürzung PaaS steht stellvertretend für eine riesige und stetig wachsende Angebotspalette von Software-Services, die es Unternehmen ermöglichen, ihre eigenen Geschäftsmodelle zu digitalisieren und neue Produkte für Kunden zu entwickeln.  
    Bei größeren Migrationsprojekten ist zu beobachten, dass alle drei Formen der Software-Entwicklung und -Weiterentwicklung zum Einsatz kommen. Hier kann von Fall zu Fall entschieden werden, welches Szenario für welche Applikation genutzt werden kann. 
     

  • Der Vorgang des „Replacement“ bezeichnet das Verwerfen der bestehenden Applikationsstrukturen und die Ersetzung dieser Strukturen durch die Nutzung von kommerziell bereitgestellter Cloud-Software. Ein Beispiel für das Replacement ist die in vielen Unternehmen bereits erfolgte Umstellung von Office-Lösungen, die auf den lokalen Rechnern betrieben wurden hin zu Office 365 von Microsoft.


    Replace bezieht sich auf die Ebene der Nutzung der Software-Anwendungen durch die Endnutzer. Die Angebote der Cloud-Anbieter in diesem Bereich werden als „Software as a Service“ (SaaS) bezeichnet. Neben Microsoft sind Anbieter wie Adobe mit der Adobe Creative Cloud und Salesforce mit zahlreichen Unternehmens-Anwendungen erfolgreich in dieser Sparte.  

Die richtige Cloud-Strategie finden

Wie kann ein Unternehmen aber sicherstellen, dass es den richtigen Weg in die Cloud wählt? Das Problem, vor dem viele IT-Verantwortliche stehen, ist die Frage, wohin sich das Unternehmen in den kommenden Jahren entwickeln wird. Um keine falschen Entscheidungen zu treffen, wird häufig entweder „zu kleinteilig“ gedacht - und aus Sicht der Entscheidungsträger am besten gar keine Entscheidung getroffen. Oder das Management entscheidet zu strategisch und vergisst dabei, die Cloud-Transition in konkreten Projekten zu verankern.


Einzelne Bereiche der IT-Landschaft in die Cloud auszulagern, um die Kosten zu senken oder Mitarbeiter, die mit dem Betrieb der Systeme betraut sind, einsparen zu können, greift ebenfalls in vielen Fällen zu kurz.


Vielmehr sollte das Thema Cloud-Transition strategisch in der digitalen Transformationsstrategie des Unternehmens verankert sein. Arvato Systems hilft mit seinem  Multi-Cloud-Ansatz , die richtigen Weichen auf dem Weg in die Cloud zu stellen. Das Thema mit dem Vendor Lock-in hinreiched zu bewerten und ein Konzept zu erarbeiten, das die eigene IT auf dem Weg zum Business Innovator unterstützt.

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Dieser Weg beginnt mit einer strategischen Analyse der vorhanden Unternehmens-IT. Daraus ergeben sich in einem zweiten Schritt die Herausarbeitung der Potentiale und Handlungsfelder, auf denen das Unternehmen aktiv werden sollte. 


Erst mit diesem Vorwissen ausgestattet kann die richtige Handlungsstrategie umgesetzt werden, die es dem Unternehmen ermöglicht im laufenden Geschäft die IT schrittweise zu transformieren. 

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Verfasst von

MA_Kathrin_Kleinschnittger_Cloud
Prof. Dr. Roland Frank
Professor Mediadesign Hochschule