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Schwachstellenmanagement-Blog

Erfolgsfaktoren für ein effizientes Schwachstellenmanagement

Schwachstellen schrittweise beheben und die IT-Sicherheit nachhaltig verbessern

Sechs Erfolgsfaktoren für Ihr Schwachstellenmanagement
01.12.2022
Digitale Transformation
Security
Technisch
Infrastructure Services

Es gibt keine One-Size-Fits-All Lösung für risikobasiertes Schwachstellenmanagement. Doch es gibt mehrere Erfolgsfaktoren für effizientes Management der Angriffsfläche Ihres Unternehmens.

1. Definieren Sie Ihr Risiko

Dies mag offensichtlich erscheinen, ist es jedoch für viele Unternehmen nicht. Für ein wirkungsvolles Schwachstellenmanagement, auch Vulnerability Management genannt, ist es wichtig, eine klare und vereinbarte Definition der Risiken zu erstellen. Wie sonst könnten Sie daran arbeiten, diese Risiken zu adressieren? Eine fundierte Risikodefinition, welche Ihren individuellen Bedarf im Hinblick auf das Schwachstellenmanagement erfasst, hat einige Vorteile.

  • Erstens können Sie ein Risiko in potenziellen Schaden übersetzen, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintritt. Auf dieser Grundlage ist es dann möglich, ein angemessenes Budget für das risikobasierte Schwachstellenmanagement zu berechnen.
     
  • Zweitens dienen Risikodefinitionen als Grundlage für die Festlegung von Richtlinien und Verfahren des Schwachstellenmanagements – in Übereinstimmung mit der Risikobereitschaft Ihres Unternehmens.
     
  • Drittens können Sie nur dann Fortschritte und Erfolge im Schwachstellenmanagement messen, wenn Sie vorab Risiken definiert haben. Schließlich ist das Schwachstellenmanagement ein Geschäftsprozess, und als solcher ist er zu definieren, zu budgetieren und zu überwachen.

2. Kennen Sie Ihre Assets

Ein aktuelles Inventar aller IT-Ressourcen ist unerlässlich, da Sie nur das schützen können, was Sie kennen. Die Kombination von Schwachstellendaten und Bestandsinformationen erlaubt Ihnen, zu überwachen, ob Ihr Schwachstellenmanagement-Programm alle relevanten Assets umfasst. Zudem können Sie schnell feststellen, ob Assets fehlen und zu ergänzen sind. Darüber hinaus dienen Bestandsdaten dazu, den dringend nötigen Kontext herzustellen. So ermöglicht die Angabe einer Software-Version zum Beispiel, die mit der Installation verbundenen Schwachstellen automatisch abzuleiten. Die Information darüber, ob ein System mit dem Internet verbunden ist und/oder sensible Daten enthält, gibt Ihnen Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit einer Attacke und die Auswirkungen, die mit einer Abhilfemaßnahme verbunden sind. 

3. Priorisieren Sie

Es ist unrealistisch, dass es jemals einen Zeitpunkt geben wird, an dem alle bekannten Schwachstellen behoben oder mitigiert sind. Täglich werden neue Schwachstellen gemeldet. Infolgedessen übersteigt die Zahl der offenen Remediation Tasks Ihre Fähigkeit, Schwachstellen erfolgreich zu schließen. Da Sie nicht über ein unbegrenztes Budget verfügen, ist jeden Tag aufs Neue zu entscheiden, welche Maßnahmen im Schwachstellenmanagement den größten Nutzen bringen. Ein guter Priorisierungs-Ansatz berücksichtigt mehrere Faktoren: den Wert eines jeden Assets, den Schweregrad der damit verbundenen Schwachstellen, die Art des möglichen Angriffs, die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs und dessen potenzielle Auswirkungen.
 

4. Definieren Sie Verantwortlichkeiten

Ein Swim-Lane-Diagramm beschreibt einen klar definierten Prozess. Es kombiniert die Darstellung der Prozessschritte mit Informationen darüber, wer für die einzelnen Schritte verantwortlich ist. Es ist wichtig zu wissen, wer die Prozessteilnehmer sind, also welche Personen, sie kontaktieren zu können, um die Umsetzung von Remediation Tasks zu planen, Genehmigungen für Changes einzuholen oder Maßnahmen zu implementieren. Ohne bekannte und dokumentierte Personen ist de facto niemand für eine Aufgabe verantwortlich. Ergo machen Sie keine Fortschritte im Schwachstellenmanagement.

5. Automatisieren Sie den Prozess so weit wie möglich

Schwachstellenmanagement ist ein sich wiederholender Prozess: Es gilt neu Daten zu analysieren, Remediation Tasks zu definieren und priorisieren, sie umzusetzen und zu überprüfen, ob sie die Schwachstellen geschlossen haben – immer und immer wieder. Währenddessen ist es unverzichtbar, Informationen zu dokumentieren, verschiedene Berichte für unterschiedliche Stakeholder zu erstellen und die Prozessleistung zu messen. Nur so können Sie feststellen, ob und wie Sie Ihren Schwachstellenmanagement-Prozess optimieren sollten, um dessen Effizienz zu steigern. Zugleich vermeiden Sie, dass Ihre Mitarbeitender Zeit mit ineffizienten, repetitiven Aufgaben vergeuden, wie etwa dem manuellen Vergleich von Scan-Ergebnissen zwischen zwei verschiedenen Zeitpunkten mithilfe von Spreadsheets oder ähnlichem. Eine derartige Fleißarbeit stiftet keinen Mehrwert für Ihr Unternehmen. Ein erfolgreiches Schwachstellenmanagement mit limitiertem Budget bedarf Automatisierung von repetitiven Arbeiten. Jede Aufgabe die ein mit der Verwaltung von Schwachstellen betrauter Mitarbeitender zu erledigen hat, sollte entweder vollständig automatisiert werden – um Kosten und Zeit zu sparen – oder dahingehend unterstützt werden, dass ohne viel Zeitaufwand erledigt werden kann. Mit VAREDY stellt Ihnen Arvato Systems eine maßgeschneiderte Schwachstellenmanagement-Plattform zur Verfügung. VAREDY hilft Ihnen Schwachstellen schneller zu schließen und die Kosten für das Schwachstellenmanagement minimal zu halten.
 

6. Behalten Sie den Überblick und optimieren Sie kontinuierlich

Schwachstellenmanagement ist ein fortlaufender Prozess, kein einmaliges Projekt. Wichtig ist, Risiken aktiv zu überwachen und den Schwachstellenmanagement-Prozess kontinuierlich zu optimieren. So stellen Sie sicher, dass Sie signifikante Risiken wirksam managen. Ein kontinuierliches Risikomanagement im gesamten Unternehmen zu etablieren, bedeutet in der Praxis auch, einen „Single-Pane-of-Glass“-Ansatz anzustreben. So sind Sie mit relevanten Daten, Berichten, KPIs und dergleichen jederzeit versorgt. Zugleich können Sie Schwachstellen standardisiert und herstellerunabhängig verwalten. Zweifellos ist das Wechseln zwischen verschiedenen Tools und Datensätzen an sich auch Fleißarbeit, die sehr wohl eingespart werden kann.

Um mit risikobasiertem Schwachstellenmanagement erfolgreich zu sein, ist es ein gewisses Maß an Vorbereitung erforderlich. Es bedarf einer definierten Richtlinie und eines Prozesses, der dazu dient, das Schwachstellenmanagement zu steuern und die Angriffsfläche nachhaltig zu minimieren. Bei einer großen, verteilten IT-Landschaft ist Automatisierung der Schlüssel zum Erfolg. Und nicht zuletzt sind Disziplin und Beharrlichkeit bei der kontinuierlichen Optimierung des Schwachstellenmanagement-Prozesses unerlässlich. Richtig gemacht, ist Schwachstellenmanagement eine kosteneffiziente Maßnahme, mit der Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen kostspieliger Sicherheitsvorfälle wirkungsvoll verringern.

Verfasst von

Christina-Finck-AS
Christina Finck
Expertin für Schwachstellenmanagement