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Bob the Builder und die Cloud

Wie die Subkultur der Developer zum Mainstream wird

Bob the Builder und die Cloud
14.06.2018
Cloud

Wie die Subkultur der Developer zum Mainstream wird.

Wie sich die Subkultur der Developer mit Hilfe der Cloud-Hyperscaler zur neuen gesellschaftlichen Leitkultur entwickelt. Oder was ich auf dem AWS Summit über Bob the Builder als Schlüsselressource unserer Zeit gelernt habe.

Developer als Schlüsselressource

Seit nunmehr vier Jahren bin ich im Cloud-Umfeld aktiv, allerdings mit der systemischen Brille eines Organisations- und Strategieentwicklers. Meine Motivation zur „Umschulung“ auf Cloud fußte damals auf einer einfachen strategischen Analyse:

  • Alle Geschäftsmodelle digitalisieren sich in irgendeiner Form.
  • Digitalisierung bedeutet, dass wesentliche Elemente der Wertschöpfung zu Software werden.
  • Die Cloud sorgt dafür, dass sämtliche Disziplinen der IT früher oder später hinter Software-Anwendungen verschwinden. 

Ist dieser logische Schluss korrekt, so werden jene Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg werden, welche die Software entstehen lassen – also die Entwickler. (Ein kurzer Exkurs in eigener Sache: Auch wir  suchen überraschenderweise Entwickler.)

Bild_T-Shirt Rück_AWS

Und was hat das mit Bob The Builder zu tun?


Software-Entwickler sind also die Schlüsselressourcen unserer Zeit. Schlüsselressourcen sind meist knapp. Und knappen Ressourcen fällt – ob sie es nun wissen oder gar wollen – eine gewisse Macht zu. Sie werden umworben, mit ihnen beschäftigt man sich, ihren Jargon nimmt man an.

Die Macht der Schlüsselressourcen – anders gesagt, Entwickler verfügen über die „Superpower“ unserer Zeit.


Und hier kommt Bob der Baumeister ins Spiel: Der Begriff des „Hackers“ wird heute kaum mehr verwendet, mitunter hört man noch von „Codern“. Software-Entwickler sehen sich heute als Builder, als Baumeister der schönen neuen Zeit. Das trifft es auch viel besser: Nicht nur machen sie am Ende des Tages ihren Build. Sie sind es, die unsere schöne neue Welt erschaffen. Sie bauen die Softwares hinter Google und Facebook, hinter Zalando und Otto. Sie bauen auch jene Software, die man nicht sofort sieht: Jene Software, die Server virtualisiert und Millionen von Admins überflüssig werden lässt. Und sie abstrahieren selbst die virtuellen Server wiederum auf die Ebene der Plattform-Services. Und die werden dann wiederum … Ihr ahnt, wie es weitergeht. Und immer ist es Software.

Durch die Augen von Bob dem Baumeister ist alles eine riesige, große und wunderbare Baustelle. Mit vielen spannenden Aufgaben und immer neuen, immer größeren, mächtigeren Geräten. Und die Cloud ist heute das mächtigste Tool, mit dem Bob seine Ideen binnen Sekunden weltweit ausprobieren kann.


Die Welt als Sandkasten

Mit Spieltrieb und Entdeckergeist haben Entwickler den Aufstieg der Cloud-Hyperscaler wie AWS und Microsoft gefördert. Und diese nutzen jetzt wiederum ihre milliardenschweren Marketingtöpfe, um die Kultur der Builder zu promoten. Microsoft nennt seine größte Konferenz einfach „Build“. Dort werden dann die neuen Spielgeräte – äh – Cloud-Services beworben: Baut doch mal was mit Blockchain. Oder Artificial Intelligence. Hier, guck mal, damit kannst Du deinen Frisör anrufen, ohne selbst zu telefonieren. Oder schaut mal, wir haben einen Quantencomputer mit Web-Schnittstelle (gibt´s wirklich!), wär das nicht was für euch?

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Die Welt als Sandkasten: Let´s do epic shit.


Amazon sagt: „Hire builders and let them build“. Eine klare Message an die alte Welt. Hört auf mit euren Business Cases, euren strategischen Planungsrunden, euren Billable Hours. Lasst die Baumeister ihren „Epic Shit“ bauen. Lasst sie ihre „minimum lovable products“ entwickeln. Bis eure Assistentinnen einen Termin abgestimmt haben, sind wir schon fertig. Und wenn das Ergebnis nicht gefällt, haben wir etwas gelernt und versuchen es halt einfach noch einmal. Fail fast, learn fast.

Und schöne Büros bitte. Und bitte freie Wahl des Rechners. Also einen Surface oder einen Mac – Hauptsache nicht diese schrabbeligen grauen Dinger. Und freie Toolwahl – Bob the builder wählt seine Tools auf jeden Fall selbst aus.


Von der Subkultur zur Leitkultur

In den 90ern bis zur Finanzkrise waren es noch die Banken und die großen traditionellen Konzerne, die mit ihrer (finanziellen) Strahlkraft, mit ihrem Shareholder Value, ihren Business Plänen, ihren Peanuts und „Mergers made in heaven“ ihre Ideen von der Welt verbreiteten und den Diskurs bestimmten. Die IT-Branche hatte noch die .com-Pleite zu verkraften. Aber damals gab es eben ja auch noch die klassische IT mit monolithischer Software, mit echten Rechnern und Kabeln, mit großen und langlaufenden Projekten.

Erst mit den Cloud-Hyperscalern und neuen, dezentralen Software-Architekturen wurden die Spielzeuge der Builder so groß, dass sie die Superpower bekamen, um den Epic Shit zu builden. Dann übernahmen sie die Finanzwelt und jetzt verändern sie unsere Gesellschaft – die Builder.

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Verfasst von

MA_Kathrin_Kleinschnittger_Cloud
Gregor Schumacher
Experte für Cloud